Dumm gelaufen

Im letzten Beitrag hatte ich noch die große Klappe. Mich lädt ja keiner ein… jetzt hat mich doch über 3 Ecken eine Einladung erreicht.

Es fühlt sich mies an; mir wird schlecht und ich komme mir vor wie im falschen Film. Was geht hier vor? Warum erwischt es so viele? Scheinbar wahllos, von jetzt auf nachher? Leute, die ich für vernunftbegabt und empathisch halte? Es fällt mir wirklich schwer, das Wort „Dumm“ zu gebrauchen. Aber wie soll man es sonst benennen, wie erst begreifen? Ich versuche es mit dem gleichen Trick wie sie: Ignorieren. Wegsehen. Leugnen. Aber ich schaffe es nicht, bleibe traurig auf den Informationen sitzen, die bestätigen, was ich schon ahnte. Ich wünschte, ich hätte mich getäuscht. Er/sie/es ist dumm gelaufen.

Ist es ein Wettlauf von Viren? Wenn ja, was kann ihn stoppen? Impfung gegen das eine, vielleicht, – aber was hilft gegen die Hysterie?

Zuerst: Erdung. Füße auf den Boden.

Dann: Nicht abwenden.

Ich muss gestehen, dass mir das saumäßig schwer fällt. Sagen wir so: Ich mach meine Fenster zu, wenns draußen Scheiße regnet. Aber die Klingel bleibt an; Besucher kriegen heißen Tee und warme Hausschuhe. Versprochen.

Ich habs doch gewusst!

Impfpflicht: Hab ich doch gewusst.

Danke an krallen-schneiden.de fürs Bild

Zwei Schildkröten haben Durst. Nach einem Jahr Wanderschaft finden sie endlich einen Teich. Sagt die erste: „Ich hab meinen Becher vergessen. Ich geh zurück und hole ihn.“ „Gut, ich warte so lange“, sagt die zweite. Die Zeit vergeht, doch die erste kommt und kommt nicht wieder. Schließlich nimmt die zweite ihren Becher und will trinken. „Ich habs doch gewusst!“, rief da die erste aus ihrem Versteck. „Gut, dass ich gar nicht erst losgelaufen bin“.

Da haben wir’s

Wahlnacht in Thüringen: Höcke-hoch liegt der Unrat auf der Autobahn (Quelle: OTZ)

Das kam ja nun auch nicht unerwartet. Wenn ein ganzes Bundesland bar jeder Vernunft abstimmt, muss das ja Konsequenzen haben. Der Himmel machte seinem Zorn Luft und schickte ein kräftiges Unwetter. Bis zur Höcke wurde die A4 bei Bucha zuge…schüttet. Möglicherweise hat es wieder die Falschen erwischt.

Wahl-O-Rakel

Du weißt nicht, was Du wählen sollst. 

Dann stell dir vor: Nach einer durchzechten Nacht – welches Getränk wählst Du und warum? 

Pfefferminztee: Lass das alte Leben hinter Dir, stürz Dich ins Ungewisse

Kaffee schwarz: 1. aus Gewohnheit und 2. erst recht, weil es ungesund ist

Himbeerlimonade: Nüchtern und fad, aber vielleicht hilft es diesmal

Eierlikör: Wenn der Tag schon versaut ist, dann ordentlich

Prost!

Ehe Du fragst: Ja freilich, die Auswahl ist größer. Ein paar Getränke sind leider vorher schon links oder rechts vom Tisch gefallen, andere riechen penetrant, ganz wenige interessant. Aber ob die den nächsten Tag retten? 

Besuch

So könnte der Besuch aussehen

Machen wir uns nichts vor: Manchmal denken wir daran. Wie es sein wird, wenn plötzlich dieses UFO im Garten landet. Wenn sich kleine grüne Wesen mit Staubsaugerrüsseln mit ans Lagerfeuer setzen, komische Töne von sich geben und uns fragend anschauen.

Das US-Militär hat jetzt einen Bericht über auffällige Sichtungen vorgelegt, die zumindest auf unerklärliche Phänomene zurückzuführen sind. Für extraterrestrische Besucher gibt es allerdings (noch) keinen Beleg. Aber immerhin, wir werden mal wieder daran erinnert.

Was würde sich ändern?

Sind wir dann auf einmal ein Team – wir Erdlinge?

Werden wir uns mit den neuen Nachbarn vertragen oder genau so rüde sein wie wir es bisher gehalten haben?

Werden wir uns dann weniger wichtig nehmen oder dann erst recht nach den Sternen greifen?

Werden wir dann endlich über den Tellerrand schauen und unseren Blick weiten? Oder buddeln wir uns ein in Vorurteile und Verschwörungstheorien?

Entschuldigung für die blöde Frage, aber… warum können wir nicht schon jetzt damit anfangen, vernünftig zu werden?

Sehnsucht

Was ich in der Ferne suche
Weiß ich selbst nicht zu beschreiben.
Gehe dennoch auf die Reise,
Um die Sehnsucht zu vertreiben.

Offnen Herzens, offnen Ohres
schwelge ich am Sehnsuchtsort.
Sind auch die Sinne schwer beschäftigt –
Das Herz zieht leise mich hinfort.

Irgendwann hab ich`s verstanden
Und packe meine Sachen ein.
Es braucht Beständigkeit und Ruhe
Es hat Sehnsucht: nach daheim!

Schon wieder Ostern?

Hatten wir doch gerade erst – als wir in den Seuchen-Alltag eintauchten. Schon letztes Jahr war Eiersuchen nur im kleinen Kreis erwünscht. Und noch immer streitet die Gesellschaft im Ganzen wie im Einzelnen um Freiheit und Verantwortung. Jeweils aus eigener Perspektive.

Und der Winter will auch nicht gehen.

Aber irgendwann muss er. Wenigstens das ist sicher. Das sagt die Erfahrung.

Ob das Virus sich verscheuchen lässt oder zumindest kontrolliert einhegen, das ist nicht sicher. Das sagt die Vernunft.

Aber wir haben die Freiheit, uns zu entscheiden. Ob wir den Winter verfluchen, ob wir am zögernden Frühling verzweifeln, oder ob wir einfach nur die Türe aufmachen, um frische Luft und eine Brise Hoffnung herein zu lassen. Die Fenster öffnen, um Licht und einen Funken Glauben herein zu lassen.

Das ist unvernünftig? Na und? Es ist einen Versuch wert. Immer wieder.

Allseits einen schönen Palmsonntag und eine gute Karwoche.

Ostern kommt, so oder so. Auch nächstes Jahr wieder.